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Mit der Bahn den Norden entdecken

Hinter dem Fenster öffnen sich die Weiten der Hardangervidda. In der Ferne schneebedeckte Gipfel, davor Seen, die in der Sonne glitzern. In gemächlichem Tempo schiebt sich der Zug der Bergen-Bahn über die norwegische Hochebene. Hinter den Fensterscheiben sitzen die Fahrgäste, sie staunen und genießen. Es ist wahrlich ein Genuss, mit dem Zug den Norden zu erkunden. Die Bergen-Bahn zwischen Oslo und Bergen ist ein besonderes Highlight. Aber ganz sicher nicht das einzige in Skandinavien. Der NORDIS-Partner Hummel Reiseideen lädt ein zu faszinierenden Bahn-Reisen im Norden. 

Titelbild: Mit dem Zug nach Flåm – Pixabay

Mit dem Zug den Norden zu entdecken, hat seinen ganz eigenen Reiz. Entspannt sitzt man im bequemen Sitz, während draußen die wunderschönen Landschaften Skandinaviens vorbeiziehen: Wälder, Seen, Berge – und dazwischen kleine Dörfer und idyllische Weiher. Selbst die Regionen weit im Norden sind problemlos mit dem Nachtzug zu erreichen. Natürlich verbinden die Bahnlinien vor allem die größeren Städte. Aber auch kleine Ortschaften, die Natur und Einsamkeit bieten, können angefahren werden. 

Hardangervidda ©Johannes Möhler

Das Bahnfahren ist aber nicht nur eine angenehme und entspannende Alternative zu Auto und Flugzeug, es ist vor allem auch eine umweltfreundliche Art des Reisens. Wer den Norden liebt, liebt normalerweise auch die Natur – eine Natur, die beschützt werden muss. Durch die Reise mit dem Zug gewinnt so die Umwelt und der Reisende. Ein Win-Win-Urlaub!

Wir stellen drei ganz unterschiedliche Bahnreisen von Hummel Reiseideen – je eine aus Norwegen, Schweden und Finnland – vor. Darüber hinaus hat das Hummel-Team aber noch viele weitere spannende Reisepakete zusammengestellt. Auf hummel-reiseideen.de kannst du weiterstöbern.

Mit der Bahn ins Herz Schwedens

Dalarna gilt vielen als das Herz Schwedens – nicht, weil es in der Mitte des Landes liegt, sondern vielmehr, weil hier Traditionen und Bräuche lebendig sind wie nur in wenigen anderen Landesteilen. In Nusnäs, einem kleinen Ort am Ufer des wunderschönen Siljansees, werden die weltberühmten Dala-Pferde hergestellt, in Mora endet der Vasalauf und in Sundborn lebte und malte Carl Larsson. Gemeinsam mit seiner Frau prägte der Maler, der auf vielen Gemälden sein Zuhause und das Familienleben verewigte, den typisch schwedischen Einrichtungsstil – und damit auch IKEA und so wohl die Schlaf-, Kinder- und Wohnzimmer von vielen von uns. 

Falun im Winter ©Johannes Möhler

Sundborn ist nicht weit entfernt von Falun, einem Zentrum in Dalarna. Die Stadt ist nicht nur wegen ihrer schönen Altstadt mit unzähligen alten, roten Holzhäusern sehenswert. Im Dalarna Museum kann auch das Arbeitszimmer von Selma Lagerlöf, die hier einen Großteil ihres Lebens verbrachte, besichtigt werden. Vor allem aber die eingestürzte Kupfergrube ist ein Highlight – und nicht ohne Grund UNESCO-Weltkulturerbe.

Pittoresk: Tällberg am Siljansee, das Ziel der Reise

Tällberg – Foto Pixabay

Ein besonders pittoresker Ort in Dalarna ist Tällberg am Siljansee. Wer rote Holzhäuser liebt, der ist hier genau richtig. Andere Häuser gibt es in Tällberg nämlich kaum. Viele Künstler haben sich in dem kleinen Ort angesiedelt. Und von fast überall hat man eine herrliche Aussicht auf den See. Im Seehotel Langbers übernachtet der Zugreisende bei dieser Reise ins Herz Schwedens fünf Mal und kann von hier aus den Siljansee und Umgebung erkunden. Mora, Nusnäs, Falun, Sundborn, Leksand mit seiner Knäckebrotfabrik oder der Bärenpark in Orsa – Ausflugsziele gibt es genug. Aber auch Tällberg selbst will entdeckt und genossen werden.

Dalarna ist ländlich und geprägt von Traditionen. Das Schöne bei dieser Zugreise ist, dass das moderne, quirlige Gegenstück nicht fehlt. Schweden – oder allgemein der gesamte Norden – ist eben beides: Traditionen und Bräuche werden einerseits gepflegt und hochgehalten; andererseits sind insbesondere die Städte hippe, der Zukunft zugewandte Orte der Moderne. Die Zugreise führt zuerst nach Stockholm, wo man eine Nacht verbringt. Dann geht es weiter nach Dalarna. Auf der Rückfahrt ist ein eintägiger Zwischenstopp in Kopenhagen eingeplant. Neben dem Herz Schwedens lernt man somit auch noch zwei wunderschöne nordische Hauptstädte kennen. 

Stockholm Platz in Gamla Stan ©Johannes Möhler

Siljan ZugZeit: Bahnfahrt von Hamburg über Stockholm nach Tällberg und über Kopenhagen zurück nach Hamburg; eine Übernachtung mit Frühstück in Stockholm, fünf Übernachtungen mit Halbpension in Tällberg und eine Übernachtung mit Frühstück in Kopenhagen

Ab 1389,- Euro

https://www.hummel-reiseideen.de/schweden/sommer-urlaub/reise/sommer-zugreise-siljansee-und-stadtkultur.html

Die Städte Südfinnlands – entspannt mit der Bahn entdecken

Helsinki ist Design-Hauptstadt, Turku als alte Hauptstadt besticht mit seinem historischen Kern, Tampere liegt traumhaft von mehreren Seen umgeben und ist eine junge Studentenstadt, Porvoo hingegen ist einfach nur idyllisch und schön. Vier finnische Städte werden bei dieser Reise besucht. Alle vier haben einen ganz unterschiedlichen Charakter. 

Helsinki ©Johannes Möhler

Am Beginn der Reise steht keine Bahnfahrt, sondern die etwa 24-stündige Überfahrt mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki. Entspannter kann ein Urlaub eigentlich nicht beginnen. Ein erstes finnisches Highlight wartet dann bei der Einfahrt in den Hafen von Helsinki, denn das Schiff fährt gemächlich zwischen den unzähligen vorgelagerten Inseln hindurch. Die südfinnischen Schären sind ein einzigartiges Idyll, von dem man hier – an die Reling gelehnt, den Wind in den Haaren – einen kleinen Eindruck erhält.

Und dann ist Helsinki erreicht! Weiß strahlt der Dom über die Stadt. Helsinki will entdeckt werden – aber die faszinierende Hauptstadt Finnlands wird den krönenden Abschluss dieser Reise darstellen und muss daher noch warten.

Rundreise durch Südfinnland

Mit dem Zug geht es zuerst weiter nach Tampere, das etwa 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt liegt. Die Großstadt Tampere ist die Stadt der Seen und der Studenten. Sie liegt zwischen zwei großen Seen und ist damit von Wasser umgeben. Lohnenswert ist ein Besuch des Särkänniemi-Parks mit seinem 173 Meter hohen Turm Näsinneula. Von dort hoch oben hat man einen traumhaften Blick über die Stadt und die Seen und kann im Drehrestaurant zugleich noch einen Happen essen.

Burg in Turku ©Johannes Möhler

Die nächste Station auf der Reise ist Turku im äußersten Südwesten Finnlands. Turku ist die älteste Stadt des Landes und war im Mittelalter das Zentrum für Handel, Macht und Religion. Die mächtige Burg und der Dom zeugen noch heute von der Bedeutung, die die Stadt früher hatte. Einen Besuch wert ist auch die Markthalle mit vielen Spezialitäten aus Südwestfinnland. Ein ideales Plätzchen für eine Kaffeepause bietet die Uferpromenade am Fluss Aurajoki mit Blick auf den Dreimaster Suomen Joutsen.

Turku Suomen Joutsen – Foto Pixabay

Von der ältesten Stadt Finnland geht es in die zweitälteste: Porvoo, das mit Bahn und Bus erreicht wird. Bunte Holzhäuser, enge Gassen, malerische Gebäude – so begrüßt die Stadt den Besucher. Der Großteil der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Dom, der seit dem 15. Jahrhundert erhalten ist, brannte 2006 aus.

Dom von Porvoo vor dem Brand

Helsinki: der krönende Abschluss

Nachdem man in Tampere, Turku und Porvoo jeweils eine Nacht geblieben ist, stehen in Helsinki zwei Übernachtungen auf dem Programm. Und das ist auch notwendig, denn Helsinki bietet so viel. Architektur- und Designinteressierte kommen hier voll auf ihre Kosten. Viele Sehenswürdigkeiten wie der weithin sichtbare, strahlend weiße Dom sind im Stil des Klassizismus erbaut. Viele Wohnhäuser und der Hauptbahnhof sind vom Jugendstil geprägt, andere Bauten vom Funktionalismus. Und dann begeistern mehrere ganz modern designte Gebäude nicht nur den Architekturkenner. Auf einem Spaziergang durch die Stadt gibt es daher viel zu sehen. Er sollte natürlich auch über die Flaniermeile Esplanadi führen, die am Hafen und belebten Marktplatz mit der herrlichen Markthalle endet. Dort legen die Ausflugsboote ab, die den Besucher auf die alte Festungsinsel Suomenlinna bringen, für die man mindestens einen halben Tag einplanen sollte. 

Helsinki Uspenski-Kathedrale ©Johannes Möhler

Es sind viele Eindrücke, die man während dieser Tage aus den vier so unterschiedlichen Städten mitnimmt. Da kommt die Rückfahrt mit der Fähre gerade recht. An Deck sitzend kann man den Blick über die Ostsee, die sich bis zum Horizont erstreckt, schweifen lassen, die Eindrücke sortieren und zugleich noch ein wenig weiterträumen.

Finnlands spannende Städte Tampere, Turku, Porvoo und Helsinki: Hin- und Rückreise mit Finnlines von Travemünde nach Helsinki und retour, inkl. zwei Übernachtungen und Vollpension; Bahn- und Busfahrten von Helsinki nach Tampere, weiter nach Turku und Porvoo und zurück nach Helsinki; je eine Übernachtung mit Frühstück in Tampere, Turku und Porvoo und zwei Übernachtungen mit Frühstück in Helsinki

Ab 1249,- Euro

https://www.hummel-reiseideen.de/finnland/sommer-urlaub/reise/suedfinnland-staedte-reise-tampere-turku-porvoo-helsinki.html

Atemberaubendes Norwegen und einzigartige Bahnstrecken

Spektakulär ist die Fahrt von Oslo nach Bergen. Vor etwas mehr als hundert Jahren wurde diese Bahnstrecke gebaut, um Bergen besser anzubinden. Viele Stimmen meinten damals, dass dieses Projekt von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Mehr als 180 Tunnel mussten gebohrt und viele Schluchten mit insgesamt 300 Brücken überwunden werden. Die Bauarbeiter kämpften gegen eisige Kälte, Schnee und Eis und sahen sich ständig mit neuen bautechnischen Herausforderungen konfrontiert. Eindrücklich schildert der schwedische Bestsellerautor Jan Guillou in seinem Roman „Die Brückenbauer“ vom Bau der Bergenbahn – der Lesetipp für diese Zugreise. 

Hardanvervidda ©Johannes Möhler

Die norwegischen Pioniere zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren erfolgreich. Zum Glück. Denn so können wir heute diese fantastische Bahnstrecke genießen. 

Fantastisch ist bereits die Anfahrt nach Oslo. In Kiel geht es auf die luxuriöse Fähre der Colorline, die mehr einem Kreuzfahrtschiff denn einer Fähre gleicht. Am nächsten Morgen schippert sie durch den langgezogenen Oslofjord. Der morgendliche Kaffee schmeckt da am besten oben an Deck, wenn gleichzeitig die ersten Hügelketten nur wenige hundert Meter entfernt vorbeiziehen und Lust auf Norwegen machen.

Colorline in Oslo ©Johannes Möhler

Spektakulär über die Hardangervidda

Was Norwegen zu bieten hat, zeigt eindrucksvoll die Fahrt mit der Bergenbahn. Einzigartige Landschaften ziehen am Fenster vorbei, wenn sich der Zug langsam auf die größte Hochebene Europas, die Hardangervidda, schiebt. Oberhalb der Baumgrenze öffnet sich ein weiter Blick über die raue, faszinierende und unendlich weit wirkende Ebene. 

Die Strecke bis Myrdal ist schon ein Highlight. Aber es wird noch getoppt! In Myrdal wird der Zug gewechselt und man steigt in die „Flåmsbana“ um. Dieser Zug befährt eine der wohl schönsten Strecken überhaupt. Vom auf knapp 900 Meter hoch gelegenen Myrdal geht es nach Flåm, das auf Meereshöhe am Aurlandsfjord liegt. Teilweise geht es richtig steil bergab, sodass die Höchstgeschwindigkeit bei nur 40 km/h liegt. Am majestätischen Wasserfall Kjosfossen wird zudem ein Stopp eingelegt, um in aller Ruhe staunen und fotografieren zu können. Glücklicherweise werden die Augen vor allzu großer Reizüberflutung geschützt, denn etwa ein Viertel der Strecke führt durch Tunnel. Aber aufgepasst: Am Ende des Tunnels wartet sicher schon die nächste Augenweide!

Wasserfall in Norwegen ©Johannes Möhler

Faszinierendes Bergen

Nach zwei Nächten in Flåm führt die Reise weiter nach Bergen. Die alte Hansestadt ist die zweitgrößte Stadt Norwegens und ein Juwel – daran können auch die vielen Regentage in Bergen nichts ändern. Das Hanseviertel Bryggen mit seinen engen Gässchen gehört wie das mittelalterliche Leprahospital zum UNESCO-Weltkulturerbe. Neben diesen touristischen Highlights ist es aber auch wunderschön, sich einfach durch die Altstadt oder über den Fischmarkt treiben zu lassen. Beliebt ist auch die Fahrt mit der Seilbahn auf den Hausberg Fløyen mit seiner herrlichen Aussicht über Bergen und Umgebung.

Bryggen in Bergen ©Johannes Möhler

Mit dem Nachtzug geht es dann zurück nach Oslo. Die norwegische Hauptstadt besticht durch die gelungene Mischung von Alt und Neu. Neben den alten Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss und der Festung am Hafen sind es vor allem die modernen Bauwerke, die Oslo zu einer ganz besonderen Stadt machen. Da ist zum einen die Oper, die aus dem Wasser zu steigen scheint. Und zum anderen das ganz neu angelegte Hafenviertel Tjuvholmen – ein Paradebeispiel dafür, wie alte Viertel modern umgestaltet und dabei Wohnflächen, Bürogebäude, Museen, Geschäfte und sogar ein kleiner Badebereich harmonisch miteinander verbunden werden können. Oslo hat aber noch viel mehr zu bieten: von der Skisprungschanze Holmenkollen angefangen, über die Schiffsmuseen auf Bygdøy und den Vigelandpark mit seinen tollen Skulpturen bis hin zu den Shoppingmöglichkeiten in der Altstadt. 

Oslo Oper ©Johannes Möhler
Oslo Tjuvholmen ©Johannes Möhler

Fjordblicke ZugZeit: Hin- und Rückreise mit Colorline von Kiel nach Oslo, inkl. zwei Übernachtungen und Halbpension; Bahnfahrten von Oslo über Flåm nach Bergen und zurück nach Oslo, inkl. einer Übernachtung im Nachtzug; zwei Übernachtungen in Flåm und je eine Übernachtung mit Frühstück in Bergen und Oslo

Ab 1649,- Euro

https://www.hummel-reiseideen.de/norwegen/sommer-urlaub/reise/oslo-flam-bergen-bergenbahn-flamsbahn.html

Nordische Vielfalt mit der Bahn

Faszinierende und spektakuläre Natur, die Hauptstädte des Nordens, aber auch kleinere Orte – all das lässt sich mit der Bahn problemlos erreichen, wie die drei vorgestellten Beispiele gezeigt haben. Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, mit der Bahn den Norden zu entdecken, zum Beispiel auf einer Zugfahrt nach Lappland. 

Mit dem Zug reist du nicht nur ökologisch, sondern auch sehr entspannt. In aller Ruhe kannst du den Blick über die vorbeiziehende Landschaft schweifen lassen, träumen, schlummern oder ein gutes Buch lesen. Du kommst entspannt an den Zielorten an und kannst somit all deine Energie in die Entdeckung dieser Städte stecken. 

Mit der Bahn in den Norden – es lohnt sich!

Über den Autor

Elchkuss

Zwei Jahre hat Johannes in Schweden gelebt, dort studiert, geforscht und als Lehrer gearbeitet. Auch wenn das schon eine Weile her ist, zieht es ihn immer wieder in seine zweite Heimat zurück. Aber nicht nur Schweden, der ganze Norden hat ihn in seinen Bann geschlagen. Auf „Elchkuss“ schreibt er über Schweden und alles, was mit dem Land, den Leuten und der Sprache zu tun hat.

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