Arctic Haute Route – Hike & Sail

Ein wahrer Outdoor-Traum nördlich des Polarkreises

Autorin Johanna Stöckl hat Ende Juli einen wahren Outdoor-Traum nördlich des Polarkreises erlebt. Bei der Premiere der Sommervariante „Arctic Haute Route“, einem Hike & Sail Trip zwischen Lofoten, Vesterålen, Senja und Sommarøy standen täglich Bergtouren in unterschiedlicher Länge auf dem Programm. Auf der nostalgischen MS Gamle Salten ging es für 43 bewegungsfreudige Passagiere dabei abseits der Touristenströme durch die einsame Inselwelt.  

 

Text und Bilder: Johanna Stöckl, Norwegian Adventure Company

Als Sunday Times Journalist Duncan Craig im vergangenen Winter, die 5-tägige Ski & Sail Variante der Arctic Haute Route erlebte, dabei täglich an einem anderen außergewöhnlichen Ort nördlich des Polarkreises zu einer Skitour aufbrach und die Abende an Bord der MS Gamle Salten genoss, resümierte der Weltenbummler später im Reiseteil der renommierten Sonntagszeitung: „The coolest holiday ever!“ Und weil die Skiabenteuer so gut ankommen, die Wintertermine der Arctic Haute Route durchgängig ausgebucht sind, übertrug die Norwegian Adventure Comany, gegründet von Nina Kristine Madsen-Geelmuyden und ihrem Ehemann Fredrik Geelmuyden, das Erfolgsmodell 2018 erstmals bei einer mehr als gelungenen Premierenfahrt auf den Sommer. Das 4- bzw. 5-tägige Hike & Sail bzw. Bike & Sail Abenteuer kann im Juli und August 2019 an vier unterschiedlichen Terminen gebucht werden.

 

Die spektakuläre Reise beginnt – je nach Termin – in Svolvær oder Tromsø. Unsere Autorin reiste aus Deutschland über Oslo und Bodø nach Svolvær, wo sie bei traumhaftem Wetter und außergewöhnlich sommerlichen Temperaturen an Bord der MS Gamle Salten auf die Crew der Norwegian Adventure Company und die anderen Passagiere traf. Das Segelschiff, eine stolze Old Lady, lief vor 50 Jahren erstmals vom Stapel und diente lange Zeit als eine Art „Ersatzschiff“ der Hurtigruten-Flotte. Die Kabinen sind klein und mit Stockbetten, Waschbecken und Klimaanlage einfach ausgestattet. Duschen und Toiletten sind am Gang. WLAN ist überall verfügbar. Der Atmosphäre an Bord tut die intime „Enge“ allerdings sehr gut. In kurzer Zeit kennt jeder jeden. Zum einen natürlich, weil man tagsüber gemeinsam in die spektakuläre Bergwelt aufbricht, die Touren bzw. Outdoor-Leidenschaft ohnehin verbinden. Aber auch, weil man in den entzückenden Gesellschaftsräumen, einem Restaurant und kleinen Salon beim Frühstück bzw. Abendessen oder beim Sundowner an der Bar auf dem Außendeck zwangsläufig miteinander in Kontakt kommt. 

 

Womit wir beim Essen bzw. der Verpflegung an Bord wären. Man verspricht mit „Arctic Adventure Cuisine“ eine anspruchsvolle, vor allem aber regionale Küche. Vor Ort staunt man nicht schlecht, was die kleine Küchenbrigade täglich auf die Teller zaubert. Dazu ging man mit Bocus d’Or Norwegen eine Kooperation ein. D.h. auf jedem Segeltörn ist ein ausgewiesner Küchenexperte für das leibliche Wohl der Passagiere zuständig. Ende Juli war beispielsweise Marius Kjeldsberg als Küchenchef an Bord. Ein paar Wochen zuvor hatte er im Team Norwegen den Kochwettbewerb Bocuse d’Or in Turin gewonnen.

Die ausgesuchten Bergtouren bzw. Tageswanderungen sind natürlich geführt, d.h. es sind insgesamt vier überaus kompetente und charmante Guides (alle sprechen Norwegisch und Englisch) an Bord, die täglich mit den Gästen, die in Gruppen eingeteilt werden, zu unterschiedlich langen bzw. unterschiedlich anspruchsvollen Touren an außergewöhnlichen Orten aufbrechen. Das Beste: Man kann je nach Lust und Laune täglich die Gruppe wechseln, also bei Bedarf auch mal Kürzer treten und sich bei einer leichten Tour vergnügen. Man muss sich am Abend zuvor beim Guide Meeting einfinden, wo die Touren des Folgetages ausführlich beschrieben und besprochen werden.

Unsere Autorin lustwandelte in Digermulen auf der Insel Hinnøya (Ostlofoten) auf der Tour zum so genannten Kaiservarden und dem Snøtinden auf den Spuren Kaiser Wilhelms II, der hier mit seinem Gefolge regelmäßig beim Wandern war. Leider war an diesem Tag das Wetter mäßig, die fantastische Fernsicht blieb daher aus. Ab Alsvåg, Vesterålen, ging’s gleich über drei Gipfel und Grate am Nonskollen. Dieses Mal war das Panorama atemberaubend. Auf der Insel Senja sollte es noch besser kommen. Ab der Ortschaft Berg galt es strammen Schrittes den Husøyfjellet Gipfel zu besteigen, von wo aus man nach einer Art Überschreitung mit leichter Gratkletterei Richtung Bøvær abstieg und in der Arktis plötzlich regelrecht Karibikfeeling aufkam. Die ungewöhnlichen hohen Temperaturen erlaubten sogar ein Bad im Nordmeer! In Sommarøy wählte unsere Autorin zum Abschluss eine leichte Tour und kurze Tour, schließlich musste sie im Anschluss die relativ lange Rückreise nach München antreten.

FAZIT: Wer Norwegen liebt und gerne wandert, wird diese außergewöhnliche Reise lieben. Die Passion Outdoor, das zauberhafte Schiff und die coole Crew an Bord verbinden auf magische Art und Weise und erzeugen eine tolle Atmosphäre in der Gruppe. Was man allerdings wissen sollte: Die Touren sind stramm bzw. die Norweger marschieren ziemlich flott und wählen gerne eine sehr direkte Wegführung. Die Schiffsreise selbst ist natürlich ebenfalls ein Erlebnis: Höhepunkte gibt es reichlich: Lofotenwall, Trollfjord, Raftsund ­– um nur ein paar zu nennen. Die beschriebene Reise „Hike & Sail“ kostet ab € 1.560,00 (im DZ, 3 Nächte). Darin enthalten: Vollpension, Snacks, Unterbringung in Doppel- bzw. Einzelkabine, geführte Touren. Flug, Transfer und Getränke an Bord müssen selbst übernommen werden.