Klangküche Musik

Aallotar sind ein transatlantisches Projekt!

Ein Musikprojekt durch Raum und Zeit.

Ein Ozean trennt die Fiedlerin Sara Pajunen und die Akkordeonistin Teija Niku. Und ein Jahrhundert! Die Vorfahren der beiden Musikerinnen lebten nur wenige Stunden voneinander entfernt in Westfinnland. Sprachen dieselbe Sprache, spielten dieselbe Musik und lebten im selben Kulturkreis. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wanderten die Vorfahren von Sara Pajunen allerdings nach Amerika aus und ließen sich im US-Bundesstaat Minnesota nieder. Auch die Familie von Teija Niku emigrierte zwischenzeitlich in die neue Welt, kehrte aber noch vor dem ersten Weltkrieg wieder nach Finnland zurück. Heute machen sich die beiden Künstlerinnen, die in Helsinki und Minneapolis leben, auf Spurensuche. Entdecken das gemeinsame Erbe der finnischen Folkmusik auf beiden
Seiten des großen Teichs. Und erschaffen anmutige, beschwingte Klänge, welche die beiden unterschiedlichen Kulturen widerspiegeln, in denen sie heute leben. 

(c) Text Eva-Maria Vochazer

Beide Künstlerinnen musizieren seit frühester Kindheit.

Sara kam als Mitglied eines Kinderchores aus Minnesota alle vier Jahre nach Finnland. Kennengelernt haben sich die beiden Musikerinnen, als Sara einige Jahre in Helsinki verbrachte. Inzwischen ist sie wieder in die USA zurückgekehrt. Das Debütalbum „In Transit“ kam im Jahr 2014 heraus und überzeugte mit zartem Kammerfolk, beschwingten Melodien und dem innigen Harmoniegesang der beiden Musikerinnen. Tradition und Moderne treten bei Aallotar in einen fruchtbaren Dialog.
Mit „Ameriikan Laulu“ (übersetzt: das Lied von Amerika) kommt das zweite Album jetzt bei Nordic Notes heraus. Die Musikerinnen singen hier finnisch und englisch. Das Thema Auswanderung nimmt auf „Ameriikan Laulu“ einen großen Raum ein: Der Titel bezieht sich auf ein Lied, das Teijas Urgroßmutter Amanda Jemina Helenius gewidmet ist, die als 16jährige in die neue Welt ging. Amanda war ganz allein auf sich gestellt, als sie ihr
Heimatdorf Toholampi verließ. Sie marschierte barfuß nach Kannus, um Schuhe und Geldbörse zu schonen. Von Kannus nahm sie den Zug nach Hanko, schiffte sich in das britische Hull ein und segelte dann nach New York, wo sie jahrelang als Haushaltshilfe arbeitete. Danach zog sie westwärts, eröffnete in der Stahlstadt Pittsburgh eine Pension für
Bergleute und traf dort ihren späteren Ehemann Abraham (Aapo) Antinpoika Mäkikangas: Einen Bergarbeiter und begnadeten Fiedler! Sie lebten dann eine Weile in Illinois, beschlossen 1903 aber, in die alte Heimat und Aapos Heimatdorf Karsikas zurückzukehren. Fast 80 Jahre später wurde Teija übrigens im gleichen Dorf geboren! Auf dem Album findet sich auch ein traditioneller Walzer aus Kuortane, wo Saras Urgroßvater Henri Saari im Jahr 1881 geboren wurde. Henri arbeitete eine Zeitlang in Schweden in der Holzwirtschaft und wanderte 1905 nach Amerika aus. Auf dem Dampfschiff lernte er seine spätere Frau Gustava kennen. Gemeinsam ließen sie sich in Minnesota nieder und betrieben ebenfalls eine Pension für Bergleute. Allerdings kehrte Familie Saari nicht in die alte Heimat zurück!

Beeinflusst durch Kindheitserinnerungen.

Bei „Ameriikan Laulu“ lassen sich die beiden Musikerinnen auch von Kindheitserinnerungen beeinflussen: Der Track „Sinninen Uni“ wurde von einem Gedichtband für Kinder inspiriert. Teijas Mutter las der kleinen Tochter regelmäßig Gute-Nacht-Gedichte aus dem Band mit seinen bunten Zeichnungen vor. Die Fiedlerin erinnert sich noch heute an das gruselige Poem vom Sandmann, der nachts kommt und die Kinder in den Wald mitnimmt.
Der berühmte finnische Sänger Tapio Rautavaara (1915 bis 1979) schrieb sogar ein Lied über den Sandmann. „Weil wir beide Tapios Musik lieben, wollten wir `Sinninen Uni´ unbedingt auf dem Album haben“, berichtet Sara Pajunen, die das Lied nach ihrer Rückkehr in die USA sogar seltsam tröstlich fand.
Und natürlich spielen die Musikerinnen mit den Unterschieden der musikalischen Tradition in den USA und Finnland. In Suomi kennt jedes Kind das Lied von den Waldblumen „Metsäkukkia“.
In den Vereinigten Staaten kommt diese Weise besonders live sehr gut an, weil sie dem breiten Publikum nicht bekannt ist. Aallotar haben das Lied neu arrangiert und auch bei der Übersetzung eine gewisse Kreativität bewiesen!
Aallotar haben zahlreiche Auftritte in den USA absolviert, sind aber auch auf führenden europäischen Festivals aufgetreten wie dem Kaustinen Folk Festival in Finnland und bei Sound Of The North im polnischen Danzig.

„Aallotar überzeugen vor allem mit ihrer Leichtigkeit und Melodieverliebtheit. Und der Souveränität, mit der sie ihre Instrumente beherrschen“, lobt fRoots.
„Frisches, kundiges und phantasievolles Spiel“, schreibt Kansamuiikki.

Das Album kann mit dem Code „NN111“ hier bestellt werden: https://cpl-musicshop.de/ 

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