Übernachten im Iglootel

Kuscheln im Eis

Text: Kerstin Pöller

Dass Daniel Knab einmal in Schwedisch Lapplands »Baubranche« gehen würde – noch vor vier Jahren hätte der Düsseldorfer das abgestritten. Sein Ding waren eher so Sachen wie Brennstoffzellensysteme im Antriebsstrang eines Mercedes oder die Entwicklung eines Allrad-Steuersystems für Porsche.

Ein Kühlschrank hält die Getränke warm
Und nun grübelt der 35-Jährige tatsächlich seit Wochen schon wieder über Hotel-Bauplänen, diskutiert mit Kunststudenten über Innenarchitekturund entwirft mit Licht-Technikern interaktive Beleuchtungen und die Lage von Steckdosen: unter anderem für den unverzichtbaren Kühlschrank – mitten im Eis. »Das hört sich verrückt an oder? Aber wir brauchen tatsächlich einen Kühlschrankim Schneehotel, und zwar, um die Getränke für die Gäste warmzuhalten!«

Denn während in Schwedisch Lappland die Temperaturen jetztauch tagsüber schon recht konstant unter den Gefrierpunkt sinken, steht die Bauphase für einen Touristen-Magneten aus Schneeund Eis – das IGLOOTEL Lapland – unmittelbar bevor. Und genau dafür hat Daniel Knab als Geschäftsführer den Hut auf.

Mit Schneekanonen wird das IGLOO in Form „geschossen“
»Die Bezeichnung IGLOO ist übrigens ein Kunstwort«, erklärt er. Denn mit dem traditionellen Iglu nordischer Völker habe es lediglich den Standort im hohen Norden und die Form gemeinsam. »Das IGLOOTEL entsteht nicht mit Schnee-Bausteinen, sondern hier wird mit Hilfe von Schneekanonen und Schneefräsen künstlicher wasserreicher Schnee auf Ballonkonstruktionen geschossen.«

Gerade gab es auf dem Gelände des Hotels Kraja in der kleinen Stadt Arjeplog am Hornavan-See den Startschuss für deutsche und schwedische Schnee-Fachleute. Inmitten der um die 800 Meter hohen Arjeploger Berge mutet soein »35.000-Tonnen-Schnee-Haufen« eigentlich eher unscheinbar an.

Eiskunst und Schneeskulpturen dekorieren die Innenräume
Doch wird sein Inneres bald wieder für Aufsehen weit über Schwedisch Lappland hinaus sorgen: Zwei »Event-IGLOOs«, eine Bar aus glasklarem Eis und viele Gänge mit Holzböden werden erschaffen, die zu zehn individuell gestalteten Schlaf-IGLOOs mit vier Meter dicken Wänden und jeweils bis zu sechs Schlafplätzen aus Schnee führen. An der Kunst und dem nordischen Ambientefeilen Handwerksdesign-Studenten der Akademie Gut Rosenberg aus Aachen derzeit noch unter Hochdruck. Für den Schlafkomfort der Gäste sind bereits Matratzen, spezielle Polar-Schlafsäcke und eine dicke Schicht Rentierfelle geordert.

 Rentiere, die seit Jahrtausenden in dieser Region von den Ureinwohnern,den Samen, gehütet werden, besitzen ein besonders dichtes Fell. Die längeren Grannenhaare sind am Hals bis zu 30Zentimeter lang und innen hohl wie Trinkröhrchen, die Luft darinisoliert zusätzlich. Vor dem Zubettgehen oder einfach so zwischendurch kann mansich im beheizten Whirlpool oder in der holzbefeuerten Rundsaunabei leise rieselnden Schneeflocken oder unter einem Polarlicht-Himmel aufwärmen.

Polarlichter kann man ab Herbst zu Gesicht bekommen
In den vergangenen Herbstwochen zumindest zeigte sich die Sonne als »Polarlicht-Produzent« schon überaus aktiv: Große grüne Bögen, Girlanden, Schweife oder Kreise, die scheinbar aus dem Nichts wachsen, die Sterne miteinander verbinden und wieder verschwinden – zauberten magische, unvergessliche Momente. Spätestens zum Jahreswechsel wird in Schwedisch Lappland wiederder Bilderbuch-Winter eingezogen sein – mit etwa zwei Metern Schnee und Temperaturen, die durchaus auch mal unter -30 Grad fallen können.

 Dann beginnt im IGLOOTEL die Saison für Daniel Knab und sein Team. »Keine Sorge, die trockene Kälte des Nordens ist angenehmer als die meisten -5-Grad-Tage in Deutschland!«, kann er Gäste beruhigen. Für den Flug ab Hannover,Frankfurt/Hahn, Stuttgart oder München nach Arvidsjaur brauchen sie übrigens mit der Firma FlyCar gerade einmal 2,5 Stunden. DenTransport ins 85 Kilometer entfernte Arjeplog organisiert dann auf Wunsch das IGLOOTEL-Team.

Rund um das Hotel warten zahlreiche Outdoor-Aktivitäten
Für ihre Aktivitäten in und außerhalb des Hotels bekommen die Lappland-Urlauber vom Hotel dicke Thermoanzüge. Vor allem für die Outdoorabenteuer-Angebote rund um Arjeplog leisten die  gute Dienste. Hier kann man mit dem Schneemobil durch tief verschneite Wälderund über gefrorene Seen rauschen, die atemberaubende Landschaft auf einem Hundeschlitten erleben, auf Elchsafari oder zum Eisangeln gehen. Man kann aber auch mit Schneeschuhen wandern, das Leben der Samen kennenlernen oder wie ein Autotester über Eispisten jagen.

 Die größte Schwierigkeit für Gäste dürfte sein, sich unter den vielfältigen Angeboten zu entscheiden. Und zwar, bevor Anfang Aprildas Kunstwerk langsam beginnt, sich zu verabschieden. Die letzten standhaften Schneehügel werden sich erst lange nach Mittsommerauflösen und als glasklares Wasser im tiefsten See Schwedens versickern. »Es ist eben dieser Reiz der Vergänglichkeit, der den Charme unseres Kunstwerkes ausmacht und uns antreibt, wieder Neues, Außergewöhnliches zu formen«, schwärmt Daniel Knab. Genau darum hat er in diesem Job am Polarkreis seine Berufung gefunden.

Weitere Infos unter: www.swedishlappland.com

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Anreise
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it FlyCar ab Hannover, Stuttgart, München und Frankfurt/Hahn in nur 2,5 Stunden 3x wöchentlich nach Arvidsjaur. www.fly-car.de

 

Fakten zum IGLOOTEL:
– 35.000 Tonnen Schnee, 900 m² Innenfläche
– Ca. 20 Igloos inkl. Bar, Lounge, Event-Räume
–10 individuell gestaltete Igloos (Standard: Belegung mit bis zu 6 Personen; Romantik: Belegung mit 2 Personen)
– Im Außenbereich 40 Grad warme Whirlpools, holzbefeuerte Rundsauna
– Raumtemperaturen im IGLOOTEL liegen bei -3 Grad, also u.U. viel wärmer als unter freiem Himmel

Eis-Tipps
– sich vor dem Schlafengehen im Whirlpool aufheizen
nur lange Ski-Unterwäsche, Mütze und Wollsocken in den Polarschlafsäcken anziehen (auch als Partnerschlafsäcke erhältlich!)
Restliche Bekleidung im angrenzenden beheizten Sanitärtrakt „übernachten“ lassen, dann ist sie morgens schön vorgewärmt

Weitere Infos: www.iglootel.de