An der hohen Küste Schwedens

Der Skoleskogen Nationalpark

Text & Bild: Rike Jütte von www.schwedenundso.de

Der Skuleskogen ist ein ganz besonderer Ort. Er ist der erste Nationalpark, den ich in Schweden besucht habe und wurde schnell zu einem meiner liebsten Orte überhaupt. Seit dem ersten Mal, das muss irgendwann in 2014 gewesen sein, bin ich mehrmals zurückgekehrt. Im Sommer, im Herbst und im Winter. Was den Nationalpark so besonders macht? Da fallen mir unzählige Dinge ein…

Der Skuleskogen liegt an der schwedischen Ostküste, in einer Landschaft, die sich die Hohe Küste nennt. Der gesamte Landstrich ist ein geologisches Highlight, denn hier „lebt“ die Umgebung. Seit der Eiszeit verändert sie sich durch die unabdingbare Landhebung (fast 10 Millimeter pro Jahr). Die See ist hier so tief, dass es fast gruselig ist, sich das vorzustellen. Die Kanten der Inseln ragen mancherorts wie Mauern aus dem Meer. Der Skuleberg wirft seinen Schatten über die Region.

Die Hohe Küste gehört seit 2000 zum UNESCO Weltnaturerbe und der 1984 errichtete Nationalpark Skuleskogen liegt mitten darin und erzählt seinen Besuchern von früheren Zeiten. Hier finden sich alte Sennerhütten und Steingräber aus der Bronzezeit. Sie wurden einst am Strand errichtet, liegen heute aber zwischen 30 und 50 Metern oberhalb des Meeresspiegels.

Vom Wasser über Jahrtausende abgeschliffene Steine versammeln sich an den Hängen der Berge und bilden Steinwälle und Geröllfelder (das größte von ihnen am Osthang des Slåttdalsberget). Über allem liegt ein mystischer Charme, etwas Wildes. Es ist kein Wunder, dass im Park einige Szenen von Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ Verfilmung gedreht wurden.

Zum Charakter des Parks tragen die zum Teil über 500 Jahre alten Bäume, die tiefen Täler und die ruhigen, klaren Bergseen bei. Die Engelshaarflechte tut das Übrige. Sie liegt auf den Ästen knorriger Bäume, wiegt sich im Wind und versucht dem Besucher ein Urwaldgefühl zu entlocken. Sie ist erfolgreich.

Da die unglaubliche Schönheit des Parks kein Geheimtipp mehr ist, ist nicht mehr alles wild und verwunschen. Es gibt Camping- und Grillplätze, Schutz- und Schlafhütten im Park. Dem Wanderer stehen über 30 Kilometer verschiedenfarbig markierter Wanderwege zur Verfügung und auch eine Teilstrecke des  Högakustenleden, dem Hohe-Küste-Wanderweg, führt durch den Park. Zur Ferienzeit im Sommer kann es recht voll im Park werden. Empfehlenswert für etwas mehr Ruhe sind Herbst und Winter.

Eines der Highlights im Park ist die Schlucht Slåttdalskrevan. Wie der Höllenschlund über den Birk und Ronja im Film springen, liegt er zwischen hohen, steilen Kanten. Wer sich auf den Weg in die Schlucht begibt, die Steine überwindet und die alte Holztreppe nach oben auf das Plateau steigt, wird belohnt. Es finden sich zwar keine Räuberburgen zu den Seiten der Schlucht, wohl aber der beste Ausblick, den der Skuleskogen Nationalpark zu bieten hat…

Auf www.schwedenunso.de findest du noch mehr Infos und „Acht Dinge, die du dir im SkuleskogenNationalpark nicht entgehen lassen solltest“.