Outdoor Schweden

Pack your Raft und ab in die Wildnis

Das neue Sommerabenteuer von Wildact Adventure in Schwedisch-Lappland

Wandern ist großartig, Kajakfahren auch. Wie praktisch wäre es doch, wenn man sein Kajak einfach einpacken könnte, um damit über Stock und Stein zum nächsten Gewässer zu gelangen. Gute Nachricht! In Arvidsjaur geht das jetzt dank Wildact Adventure problemlos.

Ein Artikel aus unserem Nordis-Magazin 4/18: Titelbild Text & Fotos: Andrea Ullius

Seit zehn Jahren leben die Schweizer Simone Mendelin und Jürg Eugster in Schweden und betreiben in der Nähe von Arvidsjaur, genauer gesagt in Storberg, mit Wildact Adventure eine sehr coole Unternehmung für Outdoorabenteuer.

Begonnen hat das Abenteuer mit einer Pause. Jürg Eugster arbeitete nach seinem Studium zum Bauingenieur einige Zeit in seinem Beruf, bevor er eine längere Auszeit nahm. Nach einer Reise rund um die Welt, heuerte er auf einer Huskyfarm in Finnland an. Die Arbeit mit den Hunden und der Kontakt zu den Gästen haben ihn restlos begeistert.

Nach schlaflosen Nächten und vielen Gesprächen zwischen Simone und Jürg stand der Entschluss fest: Die beiden wollten sich in Schweden eine neue Existenz aufbauen. 2007 wurde der Traum wahr und die beiden Schweizer starteten mit ihrer eigenen Huskyfarm. Obwohl das Unterfangen Wildact Adventure anfänglich eine finanzielle Gratwanderung war, entwickelte sich das Geschäft stets positiv, sodass in Infrastruktur und zusätzliche Angebote investiert werden konnte.

Potential des Sommers nutzen

Bis vor zwei Jahren hat sich das Geschehen auf Storberg mehr oder weniger im Winter mit Schlittenhunde-Action abgespielt. Damit aber auch im Sommer Gäste nach Arvidsjaur zu Wildact Adventure gelockt werden können, suchten Mendelin und Eugster knackige Ideen für Aktivitäten im Sommer. Gesagt, getan.

Wenn es etwas gibt in Lappland, dann ist das Wasser und herrliche Gebiete zum Wandern. Die Frage war nun, wie kann man mit diesen beiden Elementen ein neues Abenteuer kreieren? Johannes Kormann, selbstständiger Guide bei Wildact Adventure, brachte von seiner Ausbildung zum »International Wilderness Guide« die Idee von Packrafting mit. Man war sich einig: Das kann was werden.

Packraft, so simpel und doch so spannend

Ein Packraft funktioniert ganz einfach. Man kombiniert Wandern mit Kajakfahren und kommt plötzlich an ganz neue Orte. Ein Packraft ist grob gesagt ein kleines, aufblasbares Kajak. Zusammengepackt ist es ca. drei Kilogramm schwer und kann in oder an jeden Rucksack montiert werden. Die Paddel werden zusammengesteckt und benötigen nicht mehr Platz als ein Regenschirm.

Skeptiker werden nun bestimmt sagen: zu unstabil, zu mühsam, zu schwierig. Genau das Gegenteil ist der Fall. Dank eines simplen »Pumpsacks« ist das Packraft in fünf Minuten startklar und man sitzt absolut stabil und sicher im Wasser. Auch über Stromschnellen kommt man problemlos. Anfänger finden sich sofort mit dem Gefährt zurecht. Einzig den Ein- und Ausstieg muss man üben, damit das flink und geschmeidig geht.

Selbstverständlich ist man beim Packrafting mit einer Schwimmweste ausgerüstet. Damit kein Spritzwasser ins Kajak gelangt, nutzt man einen Spritzschutz, der über die offenen Teile des Gefährts gespannt wird. Kleinere Stromschnellen könnten mit einem normalen Packraft problemlos befahren werden. Sitzt man mal auf einem Stein auf, dann muss man nur seinen Hintern etwas bewegen und man kommt wieder frei. Für wagemutige Damen und Herren gibt es das Packraft auch in einer Wildwasser-Ausführung.

Mobilität als Trumpf des Packrafts

Ein Packraft hat gegenüber einem Kajak oder Kanu einen entscheidenden Vorteil: Man ist mobil. Wer schon einmal sein Kajak schleppen musste, weiß, dass das nicht so toll ist und ziemlich an die Kondition geht. Ganz anders beim Packraft. Ist das Wasser zu wild oder der See zu Ende, packt man sein Packraft zusammen, wandert an den nächsten günstigen Ort und gleitet wieder ins Wasser. So lassen sich Wanderrouten bestens mit einer Paddeltour kombinieren. Man kommt an Orte, die man nur zu Fuß oder nur mit dem Kanu nicht entdecken würde.

Die meisten Seen und Flüsse in der Region von Arvidsjaur sind eher ruhig und langsam fließend. Man kann also gemütlich über das Wasser gleiten, die Natur und die Stille genießen. Es kann durchaus vorkommen, dass man am Ufer Elche oder andere Wildtiere sieht, die sich am Wasser laben. Durch Packrafting sieht man die Natur aus einer völlig neuen Perspektive.

Das Gepäck ist dabei

Sein Gepäck kann man mit einem Packraft problemlos mitnehmen. Es ist aber wichtig, dass die Sachen in einem wasserfesten Rucksack oder Seesack transportiert werden, denn ganz trocken ist Packrafting nicht. Speziell wenn man über die kleinen Stromschnellen flutscht, kann es zünftig spritzen. Das ist aber meist eine willkommene Abkühlung. Tatsächlich soll es auch Leute geben, die ein Klapp-Fahrrad mit dabei haben und Radfahren mit Packrafting verbinden. Warum nicht?

Wildact Adventure und Johannes Kormann haben unterdessen ganz viele verschiedene Routen in petto und können für jeden Wunsch eine tolle Tour zusammenstellen. Für Gäste, die eine ganze Woche in Stolberg verbringen wollen, gibt es mehrtägige Touren mit Übernachtung im Zelt und Outdoorverpflegung.

Outdoorcooking, das Spaß macht

Outdoorverpflegung ist ein gutes Stichwort. Neuerdings sind Survival-Sendungen im TV der große Renner. Da schleppen sich Menschen durch die Natur, werden von Mücken und anderem Ungeziefer geplagt, und am Abend essen sie dann am Feuer irgendwelche Insekten, Wurzeln oder undefinierbare Tiere. Dazu sagen sie dann Outdoorcooking.

Beim Thema Outdoorcooking stellt sich Wildact Adventure etwas anderes vor, nämlich Leckereien aus der Natur und in der Natur zubereitet. Wildact Adventure bietet unter dem Titel »Wilde Küche« outdoor ein Kochprogramm für Feinschmecker an. Dabei steht nicht der Survival-Gedanke im Vordergrund, sondern der Genuss und Geschmack.

Nahrung aus der direkten Umgebung

Das Thema »Wilde Küche« ist ein sehr gutes Beispiel, das die Philosophie von Wildact Adventure illustriert. Unter dem Dach »Naturnahe Erlebnisse« steht nicht nur die Aktivität als solches im Fokus, sondern auch die Wissensvermittlung. So lernt man bei der Zubereitung seiner Mahlzeiten im Freien viele Dinge, die einfach Spaß machen, ohne dass man nun zu einem Überlebenskämpfer ausgebildet wird. Nur schon der Tipp, wie man richtig Feuer macht, kann jemanden beim nächsten Grillplausch mit Freunden zum Helden machen.

Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, was unmittelbar vor der Haustüre Essbares zu finden ist. Klar, mit einem See einen Steinwurf entfernt, ist das einfacher als in der Stadt. Trotzdem gibt es auch hier Beeren, Kräuter und Pilze, die man für eine leckere Outdoorküche verwenden kann.

Und selbst, wenn man einen Fisch gefangen hat (das geht ja noch relativ schnell), dann scheitern die meisten an der Zubereitung. Umso nützlicher ist dann die Anleitung von Johannes Kormann, wie man nun den gefangenen Fisch perfekt, saftig und einfach am offenen Feuer zubereitet. Da ist sogar Schnitzen gefragt.

Schnitzen, ja schnitzen

Schnitzen ist auch ein gutes Stichwort bei Wildact Adventure. Eine der tollen Aktivitäten ist ein Schnitz-Workshop. Da denken einige jetzt sicher: uff, sehr langweilig. Ist es nicht. Schnitzen ist zum einen sehr entspannend und zum andern auch lustig. Ist doch cool, wenn man den eigenen Kochlöffel herstellen kann. Die meisten Gäste werden spätestens nach dem Löffel vom Ehrgeiz packt und wollen dann noch weitere Dinge herstellen. Wie wär es mit einem Dalapferd?

Naturnahe Erlebnisse, nicht Hochleistungssport

Bei allen Aktivitäten von Wildact Adventure bewegt man sich aus eigener Kraft vorwärts. Auf motorenlastige Dinge wird möglichst verzichtet. Eines ist aber wichtig zu wissen. Die Touren sind durchaus anspruchsvoll, aber man geht mit den Gästen nie ans Limit. Die Abenteuer von Wildact Adventure sind nicht für Extremsportler konzipiert. Das positive, naturnahe Erlebnis steht im Vordergrund. Der Gast soll nie überfordert werden.

Gäste, die zeigen wollen, wie absolut outdoorerprobt sie sind, werden bei Wildact Adventure nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen. Trotzdem möchte man natürlich ein »außerordentliches Erlebnis« mit nach Hause an den Stammtisch nehmen. Eine Tour mit Johannes Kormann und dem Packraft mit Outdoorkochen ist genau ein solcher bleibender Eindruck.

Nicht alles selber machen

Jürg Eugster ist bei Wildact Adventure der Mann für die Hunde. Sie sind seine Lieblinge. Nun wird das Aktivitäten-Portfolio laufend mit neuen Angeboten und Ideen ergänzt. Dabei setzen Simone und Jürg aber nicht nur auf Selfmade, sondern streben bewusst Partnerschaften mit jungen Guides oder Firmen an. »Es ist nicht gerade glaubwürdig, wenn ich als Jürg Eugster plötzlich noch der Packraft-, Langlauf- und Schneeschuhspezialist bin«, sagt der Schweizer.

Eine Zusammenarbeit mit externen Partnern, wie zum Beispiel mit Johannes Kormann ist aus Sicht von Jürg eine Win-win-win-Situation: »Wildact Adventure hat die Unterkünfte ausgelastet, der Guide hat einen Auftrag und eine Plattform für die Vermarktung und die Gäste profitieren von einem viel größeren Angebot an Aktivitäten.«

Wenn die Gäste den Rasen mähen

Wildact Adventure ist eine große Familie. Speziell im Sommer trifft man hier immer wieder Bekannte und Verwandte von Simone Mendelin und Jürg Eugster an. Auch ehemalige Mitarbeitende schauen regelmäßig vorbei. Die Stimmung ist super. Und so erstaunt es auch nicht, wenn Gäste oder ehemaliges Personal kurzerhand den Motorrasenmäher kapern und sich mal um die Wiese kümmern. Dies passiert nur, wenn Gastfreundschaft wirklich gelebt wird.

Zwei Dinge sind bei Wildact Adventure beeindruckend. Zum einen ist es die Professionalität, mit der Simone Mendelin, Jürg Eugster und das ganze Team ihre Unternehmung führen. Da sieht man nichts vom sonst üblichen »Aussteigergroove«. Die Unterkünfte sind modern und hochwertig und das Areal aufgeräumt und sauber. Es zählt auch der Eindruck.

Zum andern überzeugen auch die Angebote und Aktivitäten von Wildact Adventure. Sie sind durchdacht und bieten immer etwas mehr als der Durchschnitt. Mit Kreativität versucht das Team das gewisse Etwas zu kreieren, sodass Gäste ein bleibendes Erlebnis haben.

Wer bei Wildact Adventure seinen Urlaub verbringen will, nächtigt in komfortablen und modernen Wohneinheiten auf mehrere Ferienhäuser verteilt. Neu steht im Haupthaus auch eine tolle Suite, ideal auch für Familien, zur Verfügung. Gegessen wird im ebenfalls neuen Speisesaal. Hier kommt man mit den anderen Gästen in Kontakt und kann sich auch unter dem Tag die Zeit vertreiben. Ein paar Schritte runter Richtung See steht eine Grill-Kita für gemütliche Abende. Entspannen kann man in der Sauna und im dampfenden Hotpot.

Infokasten

Wildact Adventure
Storberg 4
S–93399 Arvidsjaur

Tel. +46-73 83 64 498
E-Mail: info@wildact.ch
www.wildact.ch

Allgemeine Informationen

Arvidsjaur: www.visitarvidsjaur.se/en/

Anreise

Flüge aus der Schweiz und Deutschland
Von Zürich erreicht man Arvidsjaur mit Umsteigen in Stockholm. Nordis-Tipp: SAS oder Swiss (Zürich –Stockholm) und den Inlandflug Nextjet (Stockholm – Arvidsjaur).
Aus Deutschland fliegt man ebenfalls über Stockholm. Verschiedene Fluggesellschaften fliegen Stockholm an.

Direktflüge aus Deutschland
In der Wintersaison fliegt FlyCar und ProSky von Hannover, Frankfurt/Hahn, München und Stuttgart aus direkt nach Arvidsjaur.

Mit dem Auto oder der Bahn
Von Deutschland oder Dänemark aus kann man die skandinavische Halbinsel mit verschiedenen Fährverbindungen oder über die Öresundbrücke mit dem Auto erreichen. Sommer und Herbst sind sehr schöne Jahreszeiten um von Stockholm aus (z.B. mit einem Mietauto), über den Inlandsvägen oder an der Küste entlang nach Lappland zu fahren. Auch mit der Bahn ist Arvidsjaur erreichbar.

Übernachtung

Nebst den Unterkünften bei Wildact Adventure stehen in der Region mehrere Hotels und Camps für Übernachtungen zur Verfügung.

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