Outdoor-College – Teil 3 (November)

Wir sind verbindlich verantwortlich und „Leute“ gibt es nicht.  – Die Zeit galoppiert…

Unfassbar, gerade hatten wir das erste Drittel hinter uns, schon ist das „Bergfest“ vorbei. Vieles ist im November passiert, die zweite Praktikumswoche, Schulwoche, Tour mit Huskys, Schulwoche, Schulübernahme. Doch der Reihe nach….

© Outdoor College
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Die zweite Praktikumswoche war (genau wie die erste) für die Tutoren gekennzeichnet von zahlreichen Fahrdiensten. Manche können bestimmte Strecken nunmehr im Schlaf fahren (sooft, Uhrzeit…). Für die Kids stellte sich eine gewisse Routine ein, die Aufgaben und Uhrzeiten waren vielfältig, aber alle waren sich einig, es war eine tolle Erfahrung und mancher bedauerte, dass die zwei Wochen bereits vorbei waren. Beladen mit Geschenken und guten Wünschen aus den Betrieben ging es ans Praktikumsbericht schreiben und wieder in den normalen Schulalltag.

Nach der zweiwöchigen Pause fiel vielen der Start nicht leicht. Gott sei Dank stand die nächste Tour bereits vor der Tür. Mit jeweils zwei Huskys im Schlepptau sollte es durchs Fjell bis über die Baumgrenze gehen. Da uns dieses Mal weder ein Boot noch eine Pulka zur Verfügung stand, hieß das im Klartext, alles Material musste von uns auf dem Rücken transportiert werden. Gute Planung  war also die Voraussetzung…Bereits während der Woche sah man immer wieder  Schüler, die sich am Bowdrill versuchten (Feuerbohren), oder in der „One Match Challenge“ wetteiferten von der ersten Stufe (ein Streichholz, trockenes Nest) die nächsten Stufen ( trockenes Nest aber nasses Holz, alles. nass…) zu erreichen. Vorausschauende Geister packten Säckchen mit Zunder für die Tour….Parallel dazu wurde Tourenbrot gebacken und das Gruppenmaterial verteilt. Das Naviteam dämpfte die Stimmung etwas, da sie die Route planten, hatten sie sich auch über das Wetter informiert. Die Luftfeuchtigkeit in der Tourenwoche sollte sehr hoch sein! Nichtsdestotrotz  begannen wir alle motiviert mit unserer Tour. In zwei Gruppen starteten wir gegengleich und wollten uns in der Mitte alle zusammen in einer Hütte treffen. Bis dahin galt es zahlreiche Herausforderungen zu meistern, immer wieder stand die Verbindlichkeit im Focus: „Ich spreche Leute direkt an und führe mir zugeteilte Aufgaben auch zu Ende“. Es gelang uns auf der Tour zwar kein Bowdrillfeuer (aber man muss sich auf der nächsten Tour ja noch steigern können) aber als eine Gruppe in der letzten Nacht um ein beachtliches Feuer saß, das Essen schmeckte, erste Schnitzversuche Früchte trugen, man beschloss draußen (nicht im Zelt) zu schlafen, um den tollen Sternenhimmel zu beobachten, kann man mit Recht sagen, dass die Stimmung bestens war. Auch die Erfahrung als Gesamtgruppe in einer kleinen Hütte die Sachen zu trocknen, zu kochen und auf (wirklich) jedem freien Platz zu schlafen, war rundum gelungen. Die Huskys haben uns immer begleitet und trugen ebenfalls ihren Teil zum Gelingen der Tour bei, ob als Zugtier, als Schmusebär, oder einfach als treuer Begleiter, sie haben sicher dazu beigetragen, auch diese Tour zu etwas Besonderem zu machen. Wieder in der Schule wurde das Material aufgeklart und die Tour nachbereitet, denn „nach der Tour ist vor der Tour“.

 

Es folgte wieder eine normale Schulwoche, doch was ist hier schon normal? Am Wochenende startete unser Adventskalender, auch der ist im OC anders, denn schließlich soll jeder ein Päckchen öffnen dürfen. Somit war es gleichzeitig ein sanfter Anstoß, die Vorbereitungen für das Juletrefest weiter voran zu treiben (Die Zeit galoppiert…) parallel dazu wurde für die Deutsch- und Mathearbeit gelernt und die Schulübernahme vorbereitet. In der letzten Novemberwoche übernehmen die Schüler, die sich zuvor für die ausgeschriebenen Stellen beworben haben, alle Funktionen, die Tutoren sind nur „Gast“ in der Schule und stehen für den Notfall als Berater zur Verfügung. Für zwei Wochen ist die Schule fest in Schülerhand. Große Pläne geistern bereits durch die Schülerköpfe, was hier alles passieren wird. Doch die Schüler, die sich für  die Aufgaben beworben haben, sind sich ihrer Verpflichtung durchaus bewusst. Mancher Chaot wird auf einmal ernsthaft und hat von uns Tutoren wohl doch Einiges abgeschaut. 

Die Schulübernahme startete am Sonntagnachmittag mit Kuchen und einer feierlichen Schlüsselübergabe der bisherigen Projektleitung an die Juniorprojektleiter. Am Montag begann der Unterricht der Juniorlehrer und wir „alten Hasen“ sahen zu und haben tolle Sachen gesehen. Mancher Juniorlehrer schwitzte am Nachmittag auf einmal am PC um Arbeitsblätter etc. vorzubereiten und erlebte den Unterricht einmal von der anderen Seite. Parallel dazu fanden am Montag die zweiten LEGs statt und spätestens jetzt war jedem klar, dass das OC bereits zur Hälfte vorbei ist, es mischen sich Wehmut und der feste Wille das OC aus vollen Zügen zu genießen. Die Juniorprojektleitung arbeitet unauffällig und effektiv, manche Besonderheiten wie ein weiterer Filmabend oder das Übernachten im Aufenthaltsraum wurden praktiziert, aber im Großen und Ganzen ist die erste Woche in Schülerhand gut gelaufen, es wird weiterhin fleißig für Juletre geprobt und gearbeitet. Zwischenzeitlich hatten wir sogar Schnee. Dies und die Weihnachtslieder, die bei Chor- und Bandproben durch das Haus tönen, machen uns allen bewusst, dass eine neue Etappe begonnen hat. Man darf gespannt sein was noch so alles passiert.

© Outdoor College
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