Meine 5 Gründe für Wohnmobil-Camping in Schweden

Wohnmobil-Camping in Schweden? Ich bin ehrlich. Bis vor zwei, drei Jahren habe ich mich für das Thema Camping weder interessiert, noch hegte ich Pläne, dies zu ändern. Ich bevorzugte im Urlaub ein gutes Bett und WC inkl. Dusche im eigenen Zimmer. Unterdessen habe ich meine Meinung komplett geändert. Das liegt an Schweden und an meinen neuen persönlichen Bedürfnissen. Hier meine persönlichen 5 Top-Gründe für Camping in Schweden.

Text & Bilder: Andrea Ullius, schwedenhappen.ch

Grund 1: Die Natur

Schweden ist ein Land, das eine einzigartige und vielfältige landschaftliche Schönheit zu bieten hat. Angefangen bei den sanft rollenden Hügeln und weiten Sandstränden über tiefe Wälder und unzählige Seen, faszinierende Schärengärten und Inseln bis hin zu den einsamen Weiten der Fjäll-Landschaft im Norden. Ich liebe das. Punkt. Es ist einfach unbeschreiblich, wenn du in dieser fantastischen Umgebung schlafen, essen, arbeiten und dich erholen kannst.

Dank Jedermannsrecht kannst du dich in der schwedischen Natur praktisch frei bewegen, von den Schätzen der Natur naschen und es dir mit dem Zelt oder Wohnmobil auch abseits von Campingplätzen gemütlich machen. Beachte dazu aber immer die geltenden ungeschriebenen Gesetze dieses Jedermannsrechts. www.hsr.se/jedermannsrecht

Noch eine kleine Information zum besseren Verständnis meiner Ausführungen. Meine Gedanken und Erfahrungen beruhen auf Camping im Wohnmobil oder Campingbus. Zelten und Wohnwagen sind zwar auch ganz nett, würden aber meine Bedürfnisse nicht befriedigen.

Grund 2: Der mobile Arbeitsplatz

Wer meine Webseite www.schwedenhappen.ch gesehen hat weiss, dass ich bei meinen Reisen in Schweden viel zu arbeiten habe. Meist ist das Programm von morgens bis abends dicht gedrängt und ich bin erst am Abend im Hotel. Dadurch sammeln sich über den Tag viele Informationen und Fotos an, die be- und verarbeitet werden müssen. Nach sechs Wochen war ich bis dato immer mit Bergen von Pendenzen und Inhalten zugedeckt. Nicht befriedigend!

Nun möchte ich mir ein Wohnmobil beschaffen, damit ich nach jeder Besichtigung und nach jedem Interview die Informationen verarbeiten kann. Ein fixer Arbeitsplatz im Reisemobil wird mir hier perfekte Dienste erweisen. Eine zeitnahe Berichterstattung ist für meine Leser und Partner ganz wichtig. Ich habe deshalb begonnen konsequent auf ein papierloses Büro umzustellen. Das erlaubt mit unabhängig von Ort und Zeit zu arbeiten.

Konkret suche ich nun ein Wohnmobil mit 2.05 Meter Breite und 5.40 Meter Länge. Ein ideales Teil wäre z.B. ein Knaus Boxstar 540. Der Vorteil gegenüber eines Gefährts auf VW Transporter Basis ist für mich, dass ich einen fixen Tisch zum Arbeiten und ein bequemes Bett habe. Ich hoffe, dass ich die Sponsoren bald zusammen habe.

Dieser Grund wird für euch eher zweitrangig sein, aber auch wenn ihr Camping „nur“ im Urlaub macht, so gibt das euch auch viel mehr Flexibilität und Unabhängigkeit.

Grund 3: Die Campingplätze in Schweden

Schweden bietet eine grossartige und flächendeckende Campinginfrastruktur. 500 Campinganlagen des Schwedischen Campingverbands SCR sind über das ganze Land verteilt. Egal, ob im nordschwedischen Gebirge, am Strand irgendwo an der Westküste, an einem atemberaubend glitzernden See, in der Nähe von interessanten Ausflugszielen und Städten oder in den tiefen Wäldern Smålands, du findest immer einen Campingplatz, den du ansteuern kannst.

Die Campingplätze in Schweden sind, ähnlich wie Hotels, mit Sternen bewertet. Die Einteilung reicht von *Stern bis *****Sterne. Die Sterne werden nach dem SCR-Klassifizierungssystem vorgenommen. Kriterien sind Hygiene, Umwelt, Service, Erholung und Aktivitäten. Bevor ein Campingplatz überhaupt bewertet wird, müssen Grundvoraussetzungen, wie Grösse der sanitären Anlagen und auch die Vorschriften im Bereich der Sicherheit für Elektrizität und Brandschutz erfüllt und dokumentiert werden.

Damit du Zugang zu den SCR-Campingplätzen bekommst, brauchst du den Camping Key Europe. Du bist dann Mitglied und kannst ein ganzes Jahr zu günstigen Preisen die Campinganlagen benutzen und bekommst auch sonst diverse Vergünstigungen. Bestellen und bezahlen kannst du die Karte online auf der Webseite von CAMPING.SE. Die Karte kann aber auch auf jedem Campingplatz direkt gekauft werden. Und zum Preis: Der Camping Key Europe kostet lediglich SEK 150 (CHF 20) und ist ein ganzes Jahr gültig. Ich finde das ist ein heisser Preis.

Reist du mit Wohnwagen oder Wohnmobil, empfehle ich dir einen Standplatz zu reservieren. Camping in Schweden ist zwar grundsätzlich etwas für spontane Menschen, in der Hochsaison ist der Platz dann aber doch etwas knapp.

Wenn du nur für eine Nacht an einem Ort bleiben willst, dann eigenen sich auch die vielen günstig gelegenen Stellplätze für einen Halt. In den Appstores von Apple und Google findest du eine Auswahl von Apps, welche dir den Weg zum nächst gelegenen Stellplatz zeigen.

Grund 4: Flexibles Schlafen, flexibles Reisen

In den letzten Jahren bin ich jeweils mit einem Personenwagen in Schweden unterwegs gewesen. Für die Übernachtungen habe ich Hotelzimmer gebucht. Dadurch habe ich viele tolle Hotels und zum Teil auch Herrenhäuser kennen gelernt. Das Problem: eine Route musste fix geplant werden. Da ich auf meinen Reisen ja Neues und Unbekanntes entdecken will, bin ich mit fixen Hotelbuchungen immer etwas eingeschränkt.

Mit einem Wohnmobil bin ich da flexibler. Finde ich einen schönen Ort, kann ich locker über Nacht bleiben. Wenn ich Lust habe, etwas neben der Route zu entdecken, hält mich nichts davon ab. Ist das Wetter super, kann ich an einen See fahren und baden. Regnet es in Strömen, bleibe ich im Reisemobil und arbeite. Ich habe so keinen Druck am Abend in einem Hotel einzuchecken. Da mein „zukünftiges Wohnmobil“ ein richtig bequemes Bett hat, schlafe ich dort, wo es mir Spass macht.

Natürlich werde ich auch weiterhin in Hotels übernachten. Das gehört ja auch zu meiner Arbeit. Aber ich werde die Frequenzen massiv reduzieren. Ich buche nur noch jeden dritten oder vierten Tag eine Unterkunft oder dann, wenn es sich um ein wirklich lohnendes Objekt handelt.

Das heisst aber nicht, dass ich einfach mehr Kilometer fahre. Im Gegenteil. Ich werde mir für gleich viele Kilometer mehr Zeit nehmen. Ab und zu wundere ich mich schon, wenn ich Urlauber sehe, die von Stockholm nach Göteborg in zwei Tagen „rasen“ und mehr von den Strassen, als von Land und Leute gesehen haben.

Grund 5: Platz, Platz, Platz

In meinem Artikel über Camping in Schweden auf www.schwedenhappen.ch habe ich zur Frage „Was nehme ich mit in den Campingurlaub?“ geschrieben: „Möglichst wenig“. Ich muss das etwas relativieren, auch wenn das Motto „weniger ist mehr“ sicher nicht falsch ist.

Es macht natürlich einen Unterschied, ob du mit einem Camper oder nur einem Zelt unterwegs bist. Für mich ist aber gerade das grosse Platzangebot in einem Wohnmobil unterdessen ein Killerargument für Camping in Schweden. Im letzten Sommer flog ich mit zwei prall gefüllten Koffern und einem randvollen Rucksack nach Schweden und verstaute dann alles im Mietwagen. Jeden Abend musste ich entscheiden, was nehme ich mit ins Hotel, was lasse ich im Auto. Ok, das sind Luxusprobleme, aber es ist trotzdem mühsam.

Mit einem Wohnmobil ist das natürlich sehr komfortabel. Ich richte mich einmal ein, entscheide, was ich wo verstaue und habe anschliessend alles griffbereit. Die Ladekabel für Laptop, Kameras usw. sind in einer Box verstaut und müssen nicht immer im Koffer zuunterst hervorgekramt werden.

Ich muss auch nicht überlegen, ob ich nur das Reisestativ oder auch das Stabile mitnehmen kann. Auch bei den Objektiven muss ich mich nicht einschränken. Ich habe Platz, also nehme ich auch eine Hängematte mit. Und ich muss auch den kleinen Tagesrucksack nicht zu Hause lassen. Natürlich ist auch im Wohnmobil der Platz einmal aufgebraucht, aber das dauert. Was ich grossartig finde: Ich kann meine Kleider in die diversen Schubladen oder Schränke einsortieren und muss nicht immer im Koffer oder der Reisetasche wühlen. Es ist etwa, wie zuhause.

Fazit

Fassen wir das zusammen. Auf meinen Schwedenreisen habe ich folgende Bedürfnisse:

  1. Ich brauche Platz für mein Equipment für die Aktivitäten und zum Arbeiten.
  2. Ich muss frei und unkompliziert arbeiten können, um meine Artikel zeitnah zu veröffentlichen.
  3. Ich möchte meine Routen flexibel gestalten können und nicht auf Hotelübernachtungen angewiesen sein.

Diese Bedürfnisse werden am besten durch ein kleines Wohnmobil, das wendig, kraftvoll und städtetauglich ist abgedeckt. Ob’s auch genau so funktioniert könnt ihr in diesem Jahr auf www.schwedenhappen.ch nachlesen.

So, und nun möchte ich natürlich wissen, was du so für Erfahrungen mit Camping gemacht hast. Welches ist dein Lieblingscampingplatz? Was darf bei deinem Campingurlaub nicht fehlen? Wie machst du Camping oder weshalb nicht? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Vielen herzlichen Dank für diesen Artikel an Andrea Ullius von schwedenhappen.ch

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