Naturerlebnisse in Småland

Unterwegs am Åsnen-See

Ende Mai wurde in Småland der 30. Schwedische Nationalpark eröffnet. Er stellt die waldreiche Seenlandschaft des Åsnen unter besonderen Schutz. Ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge rund um den See und in die Umgebung ist u.a. das in einem eigenen Insel-Naturschutzgebiet gelegene Ferien- und Campingresort Getnö Gård.

Tipps zusammengestellt von Stefanie Becker

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Der Nationalpark Åsnen

Der 147 Quadratkilometer große See mit seinen über 1000 einzigartigen Schäreninseln und alten, teilweise unberührten Buchenurwäldern ist Heimat zahlreicher Tiere und Pflanzen und ein wahres Paradies für Wasservögel. So brüten hier jedes Jahr Kraniche, Prachttaucher, Fischadler und Seeadler, die in dem fischreichen Gewässer ausreichend Nahrung finden.

Auch Elche sind in den Wäldern um den See heimisch. Der seit Mai eröffnete Nationalpark besitzt zwei Eingänge: Trollberget und Sunnabron. Vom Parkplatz am Trollberget leiten mehre Wanderwege zum Eingang und zum Fahrradweg »Banvallsleden«, der zu einem, am Wasser gelegenen Servicehaus mit sanitären Anlagen und Grillplatz führt.

Ein kleines Stück weiter gibt es ein Wetterschutzgebäude, Stege, Sitzplätze und einen weiteren Grillplatz. Sunnabron wird nach Fertigstellung der Haupteingang zum Nationalpark sein. Von hier führen unterschiedlich lange Spazierwege (800 m- 2,6 km) durch die Åsnen-Natur. Mehr Infos auch unter www.visitasnen.se

Kanu-Erlebnisse auf dem Åsnen

Die große, von zahlreichen Schären, Inselchen und Vogelbrutgebieten durchzogene Seenlandschaft des Åsnen eignet sich hervorragend für ausgedehnte Kanu- und Kajaktouren. Fischadler, die in den Baumkronen am Seeufer nisten, Wildgänse die mit ihrem Nachwuchs durch das Schilf paddeln, Hechte, Barsche und andere Fische, die unter dem Kanu wie Schatten vorbeihuschen… „an Bord“ eines Kanus erlebt man hier die Natur hautnah.

Man kann den Blick weit über die Wasserfläche schweifen und sich treiben lassen oder in den kleinen Buchten zu einer kleinen Picknickpause anlanden. Zwischendurch warten Cafés und Einkehrmöglichkeiten am Ufer auf hungrige Besucher. Auch Mehrtagestourer können den Åsnen für sich entdecken. Schließlich führt ein Teil des insgesamt rund 120 Kilometer langen „Värendsleden“ durch den See.

Er ist gut markiert und bietet mit Rast- und Übernachtungsplätzen mit fertigen Windschutzhütten, Trockentoiletten und Feuerstellen alles, was das outdoorerprobte Kanutenherz begehrt. Auch an anderen Stellen darf man, dank des Jedermannsrechts sein Zelt aufschlagen – ausgenommen natürlich die Naturschutz-Zonen und Vogelbrutgebiete.

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Auf Schusters Rappen

Nicht nur auf dem See, auch rund um den See kann man die abwechslunsgreiche Natur des Åsnen erleben. Gut ausgeschilderte Wanderwege führen durch die Naturschutzgebiete und das Nationalpark-Gebiet. Hier kann man zahlreiche seltene Pflanzen entdecken, sich von moos- und flechtenbewachsenen Felsen in die Wälder von Ronja Räubertochter entführen lassen oder einfach nur die Ruhe und die Natur genießen.

Im Herbst lohnen sich Ausflüge zum Beeren- und Pilzesammeln und auch mit GPS-ausgestattete „Geocache“-Sammler kommen hier auf ihre Kosten. Dabei steht natürlich immer die Natur im Vordergrund. Wanderwege sollten – insbesondere in den Naturschutzgebieten – zu keiner Zeit verlassen werden, seltene Pflanzen nicht gepflückt oder zerstört werden und Müll bitte nicht in der Landschaft zurückgelassen werden.

 

In die Pedale getreten

Auch mit dem Fahrrad kann man die Landschaft um den Åsnen sehr gut erkunden. Bestens ausgebaute Radwege führen durch blühende Wiesen, entlang einsamer Waldwege oder z. B. über einen stillgelegten Bahndamm – und das größtenteils autofrei und immer mit Nähe zum See. Zwischendurch locken Badebuchten zu kleinen Stopps und Schwimmpausen.

Wer mehrtägige Touren plant, packt sich entweder ein kleines Zelt ins Radgepäck oder nutzt die verschiedenen Unterkünfte, die entlang des Wegenetzes Gästezimmer bereithalten. Auch für den kleinen und großen Hunger bieten sich verschiedene Einkehrmöglichkeiten.

Mit Schildern gut ausgezeichnete Radwege sind u.a. an die Åsnen Runt, der Banvallsleden und der Sydostleden.

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Anglerglück am Åsnen-See, Foto: © Getnö Gård

Anglerglück am Åsnen-See, Foto: © Getnö Gård

Petri heil – das Anglerglück versuchen

Der Åsnen-See ist ein Paradies für alle Süßwasser-Angler. 15.000 Hektar Wasser, durchzogen von unzähligen Inseln und Schären sind die Heimat rund 14 verschiedener Fischarten, darunter Hecht, Barsch, Rotauge, Zander und Maränen. Hier kommen sowohl erprobte Sportangler, als auch Hobbyfischer, die nur im Urlaub gemütlich die Angel auswerfen, auf ihre Kosten.

Boote oder Kanus für den Angelausflug kann man sich an verschiedenen Orten leihen. Eine Karte sollte dabei auf jeden Fall mit ins Angelgepäck wandern, um die Untiefen und flachen, steinigen Uferzonen sicher zu umschiffen. Auch von Stegen, Stränden und Felsen entlang des rund 750 Kilometer langen Ufers kann man die Angel auswerfen. Dabei sollte man aber tunlichst Rücksicht auf Privatgelände nehmen.

Die für das Angeln benötigte „fiskekort“, die Angellizenz, kann man vorab im Internet oder in den Geschäften und Touristenbüros in der Åsnen-Region erwerben.

Elche und Autos – zwei etwas andere Ausflugstipps

Elche, die Könige des schwedischen Waldes, kann man zwar mit großem Glück in der Åsnen-Region auch in freier Wildbahn erleben, wer aber auf eine Begegnung mit Knut & Co nicht verzichten möchte, kann auch einfach in einem der småländischen Elchparks vorbeischauen und dort auf Elchsafari gehen. Manch einer der imposanten Riesen ist sogar so zahm, dass er sich füttern und streicheln lässt.

Mögliche Adressen sind z. B. Grönåsens Älgpark in Kosta (moosepark.net) oder Markaryds Älgpark (www.smalandet.se).

Der Autofriedhof in Ryd

Verrückter noch als Elchkuscheln ist sicherlich ein Abstecher nach Ryd, genauer gesagt zum Kyrkö Mosse, einem Autofriedhof, den der småländische Unternehmer Åke på Myren „ins Leben gerufen“ hat. Zahlreiche Autos, ausrangierte Busse, Trecker und Autowrackteile sind hier nach einem nicht ganz durchschaubaren Prinzip großflächig im Wald verteilt und dem Verfall überlassen.

Da blickt man auf absplitternden Lack, rostbraune Motorhauben, offenliegende Kabelstränge, von Käfern zerfressene Lederpolster und moosgrüne Stoßstangen. An verschiedensten Stellen haben sich Farne, Pflanzen und kleine Bäume ihren Weg durch die Karosserie gebahnt. Ein faszinierender Anblick, wie die Natur allmählich Oberhand gewinnt.

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Übernachtungs-Empfehlung: Getnö Gård

Seit mehr als 50 Jahren begrüßt die Familie Olsson auf Getnö Gård Feriengäste und Camper.  Das inmitten eines Naturschutzgebietes gelegene Lake Åsnen Resort hält ganzjährig verschiedene, gemütliche Ferienhaus- und Hüttenunterkünfte bereit und bietet zusätzlich von Mai bis Oktober rund 150 Campern reichlich Platz (120 Plätze davon mit Strom).

Es gibt neben der Rezeption, ein uriges Landcafé, ein Sommerbistro und einen Pub. Sowohl für die Gäste des 3-Sterne-Naturcampingplatzes, als auch für Ferienhausurlauber stehen darüber hinaus Kanus, Kajaks und Fahrräder zum Ausleihen zur Verfügung. Neben Aktivitäten wie Angelausflügen oder Events wie Mittsommerfeiern, Krebsessen und weihnachtlichem Julbord, können auch die kleinen Besucher in Getnös Naturschule einiges erleben und entdecken.

 

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