Dänische Ostertraditionen

„Glædelig Påske“ –  mit Gækkebrev, Schnaps und Senfeiern

Mit „Glædelig Påske“ wünscht man sich in Dänemark Frohe Ostern. Und natürlich haben die Feiertage den gleichen religiösen Hintergrund wie in Deutschland. Auch buntbemalte Ostereier und Schokolade gehören hier zum Fest dazu. Jedoch pflegen die Dänen auch einige, ganz eigene, landestypische Ostertraditionen.

Anders als bei uns ist neben Karfreitag (langfredag) und Ostersonn- und montag auch der Gründonnerstag (skærtorstag) ein Feiertag. Viele Dänen nutzen die fünf Tage für einen Kurzurlaub. Am Ostersonntag trifft man sich dann traditionell zum „påskefrokosten“, einem üppigen Mittag- oder auch Abendessen, zu dem die ganze Familie und Freunde zusammenkommen. Es besteht aus vielen kleinen Gerichten und beginnt meist mit Fisch in Form von eingelegtem Hering (påskesild), Krabben oder Thunfi sch, gefolgt von warmen Speisen, z.B. Lamm, Hühnchen oder Braten, gerne begleitet von Pasteten, Tartes oder kleineren Auflaufgerichten. Zum Abschluss gibt es Aufschnitt, z.B. eine Käseplatte oder süße Desserts.

Ostereier dürfen natürlich nicht fehlen

Natürlich dürfen auch in Dänemark – genau wie bei uns – die Ostereier (påskeæg) nicht fehlen. Hartgekocht und buntbemalt, aber auch in Form von Schokoladen- oder Zuckereiern landen sie z.B. in den Osternestern der Kinder. Als ausgeblasenes Hühnerei oder in künstlicher Form sind sie neben Osterglocken und Frühlingsgrün eine beliebte Osterdekoration. Eine weitere dänische Ei-Spezialität sind „skidne æg“, hartgekochte, halbierte Eier in Senfsauce mit Speck, frischer Kresse oder Schnittlauch bestreut.

Neben dem guten Essen in geselliger Runde gehört außerdem der Genuss alkoholischer Getränke zum traditionellen Påskefrokost dazu. Viele dänische Brauereien produzieren extra zu Ostern das „påskebryg“ (Osterbier), das ähnlich wie das Weihnachtsbier mit Gewürzen der Saison abgeschmeckt wird. Und auch Schnaps, mit Vorliebe Aquavit, darf beim Osteressen nicht fehlen, gilt doch für viele Dänen: „en påskefrokost uden snaps er ikke en påskefrokost“ (Ein Osteressen ohne Schnaps ist kein Osteressen). Er wird je nach Geschmack eisgekühlt oder in Zimmertemperatur serviert. Skål! (Mehr dazu auch unter Påskefrokost mit Aalborgs Jubilæums Akvavit)

Der Osterhase ist von Deutschland aus nordwärts gehoppelt

Übrigens: Den Osterhasen, so wie wir ihn kennen, kannte man in Dänemark lange Zeit nur in den Regionen entlang der deutsch-dänischen Grenze. Inzwischen erobert er als „påskehare“ in schokoladener Gestalt und als Osterdekoration auch nördlichere Haushalte des Landes.

Weitere Informationen zum dänischen Osterfest findet Ihr auch auf www.visitdenmark.de.

Foto: © Visit Denmark, J. Buusmann

Foto: © Visit Denmark, J. Buusmann

Foto: © Visit Denmark, Ireneusz Cyranek

Foto: © Visit Denmark, Ireneusz Cyranek

Skidne æg
Rezept für 4–8 Personen

  • 8 Eier
  • 600 ml Milch
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • 2 EL grobkörniger Senf
  • Salz
  • Frischgemahlener Pfeffer
  • Frischgehackter Schnittlauch oder Kresse
  • Knusprig gebratene Schinkenwürfelchen

Zubereitung: Eier hartkochen und halbieren. Butter bei niedriger Temperatur schmelzen, Mehl dazugeben und unter Rühren anschwitzen, etwas Milch angießen und unterrühren, bis das Gemisch eine sämige Konsistenz erreicht. Nach und nach restliche Milch dazugeben. Aufkochen und einköcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Senf abschmecken. Sauce auf Tellern anrichten, Eier hineinlegen und mit Speck, Kräutern und frischem Pfeffer garnieren. Dazu wird gerne Schwarzbrot als Beilage serviert.

Gækkebrev
Mit navn det står med prikker, pas på Det ikke stikker*

Eine alte dänische Ostertradition sind die sogenannten Gækkebrev (Narrenbriefe), die an Freunde und Familie verschenkt werden. Es handelt sich um gebastelte Briefchen mit Sprüchen und Gedichten. Die Briefe werden ähnlich wie Scherenschnitt-Schneeflocken kunstvoll ausgeschnitten und gefaltet und der Name des Absenders wird durch Punkte verschlüsselt. Durch einen Reim und die Anzahl der Punkte (=Buchstaben des Namens) soll der Empfänger herausfinden, wer ihm den Brief geschickt hat. Gelingt es ihm nicht, ist er ein „gæk“, also ein Narr; findet er es heraus, ist der andere der Genarrte. Üblicherweise bekommt der Briefeschreiber oder der, der den Schreiber erraten hat, vom „gæk“ ein Osterei geschenkt.

Freisteller_Gaekkebrev-selbstgebastelt

(* Mein Name steht in Punkten, Achtung, er sticht nicht hervor).