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Æbleskiver og Gløgg – So schmeckt die Weihnachtszeit in Dänemark

Die dänische Weihnachtszeit beginnt viel früher als die in Deutschland, nämlich bereits nach dem J-dag. An jenem Tag, der traditionell am ersten Freitag im November gefeiert wird, ist der erste offizielle Ausschank des jährlichen julebryg (Weihnachtsbier) der Brauerei Tuborg.

Bereits am darauf folgenden Abend werden erste Weihnachtslichter angezündet und die Vorfreude auf das hyggeligste Fest des Jahres steigt. Überall duftet es nach Zimt, Vanille, Zucker und Gløgg. Als könnte man Lebensfreude und Glück riechen, lächeln sich die Dänen durch die kalte und nasse Dunkelheit des skandinavischen Winters. 

Weihnachten in Dänemark 

In Dänemark ist es üblich, den heiligen Abend groß zu feiern. Man kocht ein prächtiges Essen und verbringt mehrere Stunden damit, die Familie und das Fest zu genießen. 

Anders als in Deutschland wird zum heiligen Abend ein großes Festmahl aufgetischt. Üblich sind ein Festbraten, mit Zucker und Butter glasierte Kartoffeln, braune Soße und Blaukraut.

brunede kartofler – karamellisierte Kartoffeln [Foto: Meermond]

Nicht wenige bereiten zum traditionellen flæskesteg (Schweinebraten) zusätzlich eine Gans! Schließlich soll jeder das essen dürfen, was ihm am besten schmeckt. 

Das üppige Festmahl krönen risalamande (Sahnemilchreis mit Mandeln) mit Kirschsauce und die Jagd auf das Mandelgeschenk. Der Baum, der bereits am lille juleaften, also dem 23. Dezember, vorbereitet wurde, steht so im Raum, dass um ihn herum getanzt werden kann. Dänen singen und tanzen am heiligen Abend! 

Alles ist bunt, fröhlich und voller Herzen! So ein Weihnachtsfest kann und möchte nicht jeder feiern. Schließlich ist gerade Weihnachten für jeden ein Fest voller Traditionen. Doch den folgenden beiden Spezialitäten zu widerstehen, könnte ziemlich schwer fallen.  

Æbleskiver 

Während der langen Weihnachtszeit bieten sich viele Gelegenheiten zu gemeinsamen Festen. Und im Feiern sind die Dänen richtig gut! Es ist schwer, seine Figur bei  all den vielen Einladungen zu juleklip (Weihnachtsbastelei in Schulen und Kindergärten),  julefrokost (Weihnachtsessen, meist in Firmen und Vereinen) und juletræsfesten (öffentlich zugängliche Weihnachtsfeiern) zu halten. Denn keine Weihnachtsfeier kommt  ohne die köstlichen æbleskiver aus, die zwar „Apfel“ im Namen tragen, aber gar keine beinhalten. Das kleine, runde Gebäck ist so fluffig und so gut, dass man einfach in sie hineinbeißen muss. Immer wieder. 

    Æbleskiver mit Puderzucker und Marmelade [Foto: Meermond]

Wer echte dänische Weihnachtshygge erleben möchte, der braucht eine Portion æbleskiver! Es gibt recht schmackhafte Tiefkühlprodukte zu kaufen, doch am allerbesten sind sie natürlich selbstgemacht. Meine æbleskiver backe ich gammeldags (altmodisch) nach einem dänischen Originalrezept und in einer alten Pfanne aus dem genbrugshus (Gebrauchtwarenladen). Mit Butter gebacken sind die Kügelchen zwar weniger figurbewusst, dafür schmecken sie unwiderstehlich und werden schön knusprig.

Zutaten

  • 5 dl Weizenmehl 
  • ½ TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • ½ TL Kardamom
  • 1 TL Natronpulver
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 3 Eier
  • 4 1/2 dl Buttermilch
  • 3 EL Öl oder zerlassene Butter
  • ½ Vanillestange, entkernt
  • etwas Abrieb einer Biozitrone
  • Butter zum Ausbacken.

Zubereitung

Zuerst vermengt man die trockenen Zutaten in einer Schüssel miteinander: Mehl, Backpulver, Natron, Salz, Zucker, Vanille, Kardamom und den Zitronenabrieb.

Dann werden die Eier getrennt. Das Eigelb mit der Buttermilch und dem Öl bzw. der zerlassenen Butter verrühren. Das gibt man zur Mehlmischung und verrührt es zu einem einheitlichen Teig. Das Eiweiß wird zu Eischnee geschlagen und zuletzt untergehoben. 

Einen Teil des Teiges in einen Spitzbeutel geben und beiseite legen. 

Nun wird die Pfanne auf dem Herd aufgewärmt, wobei in jeder Vertiefung ein bisschen Butter zerlassen wird. 

Die Löcher werden zu ¾ mit dem Teig befüllt. Wenn die Teigkugeln anfangen, aufzugehen und sich an den Kanten verfestigen, dreht man sie um etwa 90°. Nun kann man mit dem Spritzbeutel etwas mehr Teig in die entstandene Öffnung spritzen, damit auch wirklich eine hübsche Kugel entsteht. Backen, dann weiterdrehen.

Sieht schwieriger aus, als es ist. [Foto: Meermond]

Immer wieder aufspritzen und backen, bis man eine vollständige Kugel mit dem gewünschten Bräunungsgrad erreicht hat.

Die æbleskiver müssen auf einem Rost abgekühlt werden, sonst werden sie matschig. Mit Puderzucker, Marmelade und Gløgg servieren. 

So schmecken æbleskiver am besten! [Foto: Meermond] 

Gløgg 

Dänischer gløgg ähnelt dem deutschen Glühwein, allerdings ist er deutlich süßer und wird mit Rosinen und Mandelstiften serviert. Die Supermarktregale mit Gløggkonzentrat leerten sich bereits merklich, doch ich kaufe mir keines davon. 

Denn ich habe von einer Dänin das beste Gløggrezept der Welt bekommen. Es braucht zwar etwas Zeit in der Herstellung, doch schmeckt der Gløgg dann so, als trinke man Weihnachten pur. Einfach wundervoll und das jedes Jahr wieder! Zuerst schreckte mich die große Menge etwas ab, doch wie ich feststellen musste, freuen sich geliebte Mitmenschen sehr ein Geschenk aus der dänischen Küche. Aufgrund des hohen Alkoholgehalts sollte sich das Konzentrat aber auch bis zu einem Jahr halten können – wäre es nur nicht der beste Gløgg der Welt! 

Dänischer Gløgg wird mit Mandeln und Rosinen genossen [Foto: Meermond]

Zutaten

  • 100 ml geschmacksneutraler Schnaps
  • 150 ml dunkler Rum
  • 600 ml Portwein
  • 300 ml frisch gepresster Orangensaft
  • 200 g Rohrohrzucker
  • 200 g Farin (brauner Puderzucker) oder Muscovadozucker (Vollrohrzucker) )
  • ½ TL geriebene Muskatnuss
  • 4 Zimtstangen
  • 20 Nelken
  • 1 TL gemahlener Kardamom
  • 10 Pfefferkörner
  • 1 TL Piment
  • 5 Sternanis
  • das Mark einer Vanilleschote
  • 25 g in Scheiben geschnittener Ingwer
  • 2 in Scheiben geschnittene Bio – Orangen mit Schale
  • 1 in Scheiben geschnittene Bio – Zitrone mit Schale

Zubereitung

Das Mark der Vanille mit dem Zucker in einen Topf geben und verrühren. Langsam erwärmen, bis der Zucker zu schmelzen beginnt. Dann alle Gewürze zugeben und mit Orangensaft aufgießen. Unter Rühren aufkochen und 3-4 Minuten kochen lassen. 

Den Topf vom Herd nehmen und Orangen- und Zitronenscheiben zugeben. 

Zuletzt wird der Schnaps, der Rum und der Portwein dazugegeben und verrührt. 

Die Essenz wird mitsamt der Zutaten in saubere Flaschen gegossen und soll dann mindestens eine Woche, im Idealfall bis zu drei Wochen an einem kühlen, dunklen Platz reifen. 

Danach wird sie abgesiebt und umgefüllt. 

Diese stark alkoholhaltige Essenz schüttet man in einen erwärmten Rotwein oder Apfelsaft. 

Dabei kann man nach persönlichem Geschmack dosieren. Es empfiehlt sich aber, zwischen 25 und 50ml Essenz in einem 200 ml Glas zu verwenden.  

Jetzt fehlen noch Mandelstifte und Rosinen und schon schmeckt es nach dänischer Weihnachtszeit. 

Perfekter kann man dänische Hygge nicht nacherleben. 

Velbekomme og glædelig jul! 

Über den Autor

Meermond

Marion Sorg wohnt mit ihrer Familie im Norden von Dänemark.
Sie und ihr Mann Alexander zeigen im Blog Meermond, wie schön ihr neues Zuhause ist und wie ein gelebtes Leben dort ist. Gemeinsam mit den Kindern reisen und entdecken sie - natürlich die skandinavischen Nachbarländer.

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